Clubtreffen

45. Clubtreffen des Hayek-Clubs Frankfurt am Main

Montag, 21. Oktober 2019

19:00 bis 22:00 Uhr

Stephan Krawczyk

Musiker und Bürgerrechtler

Wieder stehen – Rettung kommt von Ohnmacht nicht

Eine Konzertlesung zum 30. Jahrestag des Mauerfalls

Anlässlich des 30. Jahrestages des Mauerfalls gibt es beim nächsten Treffen des Hayek-Clubs Frankfurt Geschichten und Lieder des Musikers und Bürgerrechtlers Stephan Krawczyk. Wir freuen uns sehr, einen wichtigen DDR-Dissidenten als Gast zu haben, dessen Mut, Entschlossenheit und Opferbereitschaft in den 1980er Jahren zum später friedlichen Sturz der SED-Diktatur beigetragen haben: Die Kraft seiner Lieder und Worte schlug an die schon bröckelnde Mauer, zuerst von Osten her, und nach seiner Abschiebung 1988 von Westen.

In seiner Konzertlesung erzählt Krawczyk aus erster Hand von dem Land, das 33 Jahre seine Heimat war. Er kennt nicht nur das Leben im ehemaligen „Arbeiter- und Bauernstaat“, sondern weiß auch um die Ereignisse und Zusammenhänge, die zum Ende der DDR führten. Als Protagonist der Bürgerbewegung in der Vorwendezeit hat Krawczyk die DDR von ihrer deutlichsten Seite kennengelernt. Krawczyk: „Für viele der heutigen Jugendlichen ist es schwer zu begreifen, dass es ein Land geben konnte, in dem man wegen Liedern ins Gefängnis kam. Glücklicherweise wachsen sie davon unbehelligt auf. Aber sie sollen wissen, wie es war. Die Freiheit ist nichts Selbstverständliches. Man muss sich dafür einsetzen.“

In seinem Programm singt Krawczyk Lieder aus der Vorwendezeit und von heute. Er liest autobiographische Texte über das Leben in der DDR und im vereinten Deutschland. Seine Lieder und Geschichten laden ein zu einem übergreifenden Ost-West-Dialog und bieten nachdenkliche und unterhaltsame Einblicke in die deutsch-deutsche Erlebnisgeschichte.

Krawczyk wurde 1955 in Weida in Thüringen geboren. Nach Abitur und Studium der Konzertgitarre in Weimar war er ab 1980 freiberuflicher Sänger. 1981 gewann er den Nationalen Chansonwettbewerb der DDR. 1984 zog er nach Ost-Berlin und begann zu schreiben. Im Jahr darauf erhielt er ein Berufsverbot. Er trat gemeinsam mit Freya Klier in Kirchen auf, wurde zu einer Symbolfigur der DDR-Bürgerbewegung. Am 17. Januar 1988 verhaftete die Stasi den oppositionellen Künstler und schob ihn 16 Tage später in den Westen ab. Im selben Jahr, nun in West-Berlin, gründete Krawczyk die Bürgerinitiative „FCKW Stop! Jeder Tag zählt“. Konzerttourneen führten ihn durch Westeuropa und nach Nordamerika. Es folgten zahlreiche Veröffentlichungen auf musikalischem und literarischem Gebiet. Er schrieb das Buch „SCHÖNE WUNDE WELT“, das 1990 veröffentlicht wurde. 1991 entstand die Erzählung „Mein Vater“, für die Krawczyk 1992 den Bettina-von-Arnim-Literaturpreis erhielt. Krawczyk lebt in Berlin.

 

19:00           Eintreffen der Gäste – Sektempfang
19:30           Begrüßung Dr. Clemens Christmann
19:40           Lieder und Texte Stephan Krawczyk
21:00           Abendessen
21:30           Diskussion
22:15           Ende - Ausklang an der Bar

Villa Bonn
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