Clubtreffen 19.01.2026

99. Treffen des Hayek-Clubs Frankfurt am Main
Montag, 19. Januar 2026

19:00 bis 21:45 Uhr

Dr. habil. Jens Hacke

Politikwissenschaftler und Publizist

Moritz Julius Bonn – ein Frankfurter Kosmopolit und liberaler Vordenker der Weimarer Republik

Wir treffen uns seit Jahren in der Villa Bonn, einem der schönsten Gebäude in Frankfurt am Main. Es wurde in den Jahren 1895-97 für den Bankier Wilhelm Bernhard Bonn erbaut. Sein Neffe war der liberale deutsch-britische Nationalökonom Moritz Julius Bonn (geb. 1873 in Frankfurt am Main, gestorben1965 in London), dessen Leben und Wirken wir in diesem Clubtreffen behandeln werden.

Moritz Julius Bonn erfuhr die Wege und Irrwege des europäischen Liberalismus seiner Epoche am eigenen Leib. Max Weber hielt Moritz Julius Bonn für den brillantesten Wirtschaftswissenschaftler seiner Zeit, Carl Schmitt bewunderte ihn. Schon 1925 diagnostizierte er die „Krisis der europäischen Demokratie“.

Bonn war Berater zahlreicher Reichsregierungen, Mitglied der Deutschen Demokratischen Partei und schrieb für die großen liberalen Blätter – auch die Frankfurter Zeitung. Dennoch ist Bonn heute den meisten unbekannt.

Unser Referent Dr. Jens Hacke schrieb über ihn: „In der verwickelten und brüchigen Genealogie des deutschen Liberalismus stellt Moritz Julius Bonn eine singuläre Erscheinung dar. Ralf Dahrendorf, dessen selbstbewusste Aneignung des angelsächsischen Liberalismus durchaus Parallelen zu Bonn aufweist, hat für diejenigen Denker, die den Versuchungen der Unfreiheit im 20. Jahrhundert widerstanden, den Klub der Erasmus-Intellektuellen ins Leben gerufen. Als deutscher ‚Jahrhundertliberaler‘ verdiente Bonn in diese erlauchte Gesellschaft aufgenommen zu werden.“

Dr. habil. Jens Hacke, Jg. 1973, studierte von 1994 bis 2000 Alte, Neuere und Neueste Geschichte sowie Politikwissenschaften und Philosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin und wurde 2005 wurde dort bei Herfried Münkler promoviert. Die politikwissenschaftliche Habilitation erfolgte 2017. Von 2008 bis 2016 arbeitete er am Hamburger Institut für Sozialforschung. Er lehrte als Vertretungsprofessor in Halle, Greifswald und München. Er lebt als Politikwissenschaftler und Publizist in Hamburg.

Seine Beiträge sind erschienen u.a. in:

Süddeutsche Zeitung, Die Zeit, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, Der Tagesspiegel, Berliner Zeitung, taz, Handelsblatt, WirtschaftsWoche, Blätter für deutsche und internationale Politik, Merkur

Buchpublikationen:

Jens Hacke, Existenzkrise der Demokratie. Zur politischen Theorie des Liberalismus in der Zwischenkriegszeit, Berlin: Suhrkamp, 2018, 3. Aufl.

Jens Hacke, Liberale Demokratie in schwierigen Zeiten. Weimar und die Gegenwart, Hamburg: EVA, 2021.

Er verfasste mehrere Aufsätze und Artikel zu Moritz Julius Bonn. Gemeinsam mit Ewald Grothe publizierte er 2018 einen Tagungsband über Leben und Werk von Moritz Julius Bonn, edierte 2015 dessen politische Schriften und initiierte im Jahr 2023 die Neuauflage von dessen Lebenserinnerungen „So macht man Geschichte?“ in der Europäischen Verlagsanstalt.

19:00

19:30

19:45

20:30

21:00

21:45

Sektempfang

Begrüßung Dr. Clemens Christmann

Vortrag Dr. habil. Jens Hacke

Abendessen

Diskussion

Ende und Ausklang an der Bar

Villa Bonn
Frankfurter Gesellschaft für Handel, Industrie und Wissenschaft
Siesmayerstraße 12, 60323 Frankfurt
Parken im Hof der Villa Bonn
oder im Parkhaus Palmengarten, Siesmayerstraße 61
U6 / U7 Westend